Prof. Mag. Peter Zellmann
war seit 1987 Leiter des Wiener Instituts für Freizeit- und Tourismusforschung (IFT). Im Rahmen seiner Tätigkeit widmete sich Peter Zellmann vor allem der empirischen Sozial- und Zukunftsforschung in den Bereichen Lebensstile, Arbeitswelt, Tourismus und Freizeit. Außerdem ist er als Wirtschafts- und Politikberater tätig. Im Rahmen seiner Forschungsarbeit hat Peter Zellmann zahlreiche Vorträge gehalten und Publikationen veröffentlicht. Seit 2025 ist er als „emeritierter“ Institutsvorstand weiterhin in seinen Forschungsbereichen wissenschaftlich tätig. Darüber hinaus arbeitet er an einem Buch, das die Zukunftschancen der Gesellschaft als inhaltlichen Kern haben wird.
Forschungsgebiete und Thesen
Zukunft
Die Zukunft kann man nicht voraussagen, aber man sie gestalten. Die wissenschaftliche Zukunftsforschung arbeitet mit der sog. Szenarienmethode. Tausende Datensätze und daraus abgeleitete Zeitreihen machen diese nebeneinander gestellten, möglichen Zukunftsszenarien – nach jeweils unterschiedlicher Gewichtung politischer Maßnahmen – aus. Daraus abzuleiten ist die letztlich alles entscheidende Frage:
Welche Zukunft wollen wir eigentlich haben? Welches Szenario ist das erstrebenswerte? Und was können wir alle für das Erreichen dieser wünschenswerten Zukunft tun?
Arbeitswelt
Technologie bzw. Digitalisierung verändern unsere Arbeitswelt fortschreitend. Diese Entwicklung wird eine ungeheure Steigerung der Produktivität mit sich bringen, aber viele traditionelle Arbeitsplätze vernichten. Neue Bildungs- und Ausbildungskonzepte sind überfällig.
Die KI erreicht mittlerweile alle Lebensbereiche. Sie ist dabei die Gesellschaft(en) grundlegend zu verändern. Wir selbst laufen dabei Gefahr sie nicht als Werkzeug, sondern als Selbstzweck zu verstehen. Die Konsequenz wäre, dass der Mensch selbst, nur mehr als Mittel zu diesem Zweck dienen wird.
Tourismus
Österreich ist vom Tourismus volkswirtschaftlich viel mehr abhängig als es manchem Entscheidungsträger bewusst ist. Die Bedürfniserfassung der neuen Urlaubergeneration steht im Mittelpunkt des Forschungsinteresses. Vertrieb und Marketing können nur verkaufen, was authentisch in der Region von Destinationsmanagement und Bevölkerung als Gastgeber gemeinsam entwickelt und angeboten wird.
Klimafragen, Ökologie und Digitalisierung (KI) stellen in den nächsten Jahren große Herausforderungen für die Anbieter dar.
Die Tourismusforschung wird aktuell zu sehr von Auftragsforschung und kaum von einer unabhängigen Grundlagenforschung geprägt.
Freizeit
Die Lebensbalance – und nicht die sog. „Work-Life-Balance“ – ist das Lebenskonzept der meisten Menschen. Arbeit und Freizeit ergänzen sich komplementär, als zwei annähernd gleichwertige Lebensbereiche. Die neue Leistungsgesellschaft ist von einer Freizeitorientierung der Lebensplanung geprägt. Gesundheit, sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind dabei den Menschen die wichtigsten Anliegen. Die Erforschung der Freizeitbedürfnisse der Menschen ist eine bisher unterschätzte Grundlage für eine Politik der Lebensqualität.
Freizeitsport
Sportliches Aktivsein in zunehmend neuen Bereichen prägt heute die Lebensstile vieler Menschen. Sportverbände und kommerzielle Anbieter müssen dem geänderten Sportverständnis in ihren Angeboten gleichermaßen Rechnung tragen.
Mittlerweile macht die Zahl der ungebundenen Freizeitsportler ein Vielfaches der Vereinssportler aus. Der Unterschied von Freizeitsport und Breitensport (Basis der Sportpyramide) ist bis heute von der Politik nicht erfasst worden.
Vorträge
Publikationen
Prof. Mag. Peter Zellmann ist Autor und Co-Autor zahlreicher Buchpublikationen und Studien. Eine Liste der aktuellen Buchpublikationen finden Sie hier.
Weitere Publikationen finden sich auf der Seite des IFT Instituts.
Österreich hat sich während der Corona-Pandemie früh durch ein entschlossenes Krisenmanagement hervorgetan und damit die befürchtete Katastrophe – die Überschreitung der Intensivbettenkapazitäten – abgewendet. Mit teils drastischen Einschränkungen der Grundrechte, die von der Bevölkerung die längste Zeit akzeptiert wurden. Die meisten Medien trugen diese Strategie in seltener Einmütigkeit mit.
Doch es regt sich auch Kritik: Was, wenn manche Maßnahmen doch überzogen waren? Was, wenn die epidemiebedingten Beschränkungen in Zukunft eher zur Regel als zur Ausnahme werden? Steuern wir auf eine Expertokratie zu oder stecken wir schon mitten drin? Wurden die Folgen für die Wirtschaft, aber auch für die Zivilgesellschaft ausreichend bedacht?