Peter Zellmann
 

Die Zukunft Europas – welches Europa?

08. September 2016

28 Mitgliedstaaten, 28 Regierungschef, gefühlte 25 Meinungen. Den einen geht es zu langsam, den anderen zu schnell. Manche wollen mehr (was immer), andere wieder deutlich weniger (wovon immer). Diese unkoordinierte Zieldefinition, in meinem Sinn Zukunftsvorgabe, verlangt nach einem „Neustart“. Europa? Ja bitte! Aber mit klaren, gut durchdachten Spielregeln – für alle. Keine Ausnahmen, kein Tricksen, keine Alleingänge.

Da sollen doch auf diesem Weg die einen vorübergehend austreten, die anderen vorerst noch nicht eintreten. Gut Ding braucht eben Weile. Das sollten vor allem die Wirtschaftsbosse einsehen. Klare, also für alle interessierten EU Bürger durchschaubare, Spielregeln sind die einzige Basis für jenes Europa das viele von uns wollen.


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Zukunft ist Bildung (3)

19. Juni 2016

Schulreform am Beispiel „Gemeinsame Schule der 10 – 14 Jährigen“

Die Diskussion um diese Schulform wird von manchen, auch so genannten Experten, im Stil der Auseinandersetzung um die Gesamtschulidee der 70er Jahre geführt. Sie hat aber mit dieser nichts gemeinsam, sondern ist eine Fortführung des an sich bewährten Modells der Volksschule. Ihr Kern ist die “innere Differenzierung“. Entsprechend ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer fördern in entsprechend organisierten Unterrichtsmodellen Begabte, nehmen aber weniger talentierte Kinder mit auf den Bildungsweg. Was wir derzeit machen ist eine „äußere Differenzierung“ durch verschiedene Schulbezeichnungen, z.B das „Gymnasium“ mit einer scheinbaren Begabtenförderung. Dieses Modell entwickelt sich übrigens in (Groß)Städten immer mehr zu einer nivellierenden Gesamtschule mit sinkenden Bildungsergebnissen. Auf zunächst freilich noch scheinbar höherem Niveau.

Wenn unsere Kinder um 20 Jahre länger Leben als die Erfinder unseres Schulsystems in der Mitte des vorigen Jahrhunderts, warum sollen sie dann nicht ein paar Jahre länger zur Schule gehen (und eventuell ein paar Jahre länger arbeiten)? Es gibt doch auch viel mehr zu wissen als früher.

Die Teilung kommt zu früh, that’s it. Niemand will das Gymnasium abschaffen, es soll nur später beginnen. Wann, darüber kann man diskutieren, auch darüber wie lange es dann dauern soll, aber nicht darüber, dass es in der aktuellen Form in der Pflichtschulzeit zu früh angeboten wird.


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Zukunft ist Bildung (2)

09. Mai 2016

Schulreform am Beispiel Ganztagsschule

Man kann ein vollkommen neues Schulverständnis nicht neben anderen Formen des Schulbesuchs den Eltern „zur Wahl“ stellen. Die Schule als „Lebensraum“, ohne Schultasche, Hausübungen und Nachhilfe, mit deutlich mehr Familienzeit als bisher, ist keine „Nachmittagsbetreuung“! Wer vorschlägt so einen Schultyp in 15% (!) der Fläche eines Bundeslandes „auszupobieren“ (wir haben 40 Jahre Schulversuche hinter uns) hat den Sinn dieses Schulmodells nicht verstanden. Das gestehe ich Eltern und Hobbyerziehungswissenschaftlern zu, nicht aber einem Bildungspolitiker (oder einer Bildungspolitikerin).

Wenn „Bildungspolitik“ so weiter macht, haben wir bald endgültig neben der Zweiklassenmedizin auch ein Zweiklassenschulsystem.

Wird fortgesetzt…


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Demokratie und Zukunft

25. April 2016

„Wahl 2016“, 1. Durchgang, was ist passiert?
Knapp eine Million Menschen sind also (derzeit, 24.4., An.) der Meinung, dass Protest auf der Basis von Radikalisierung und Polarisierung ein guter Weg in die Zukunft Österreichs sind. Das ist ihr gutes Recht. Jetzt haben gut 5 Millionen Österreicherinnen und Österreicher am 22.5.2016 die Möglichkeit zu zeigen, dass sie das anders sehen, oder eben nicht. Das ist Demokratie und die müssen viele von uns noch lernen. Die „stimmenstärkste“ Partei sind seit langem die Nichtwähler. Das ist unser eigentliches Problem. It’s the policy, stupid.


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Zukunft ist Bildung

19. April 2016

Die Grundlage aller Zukunftsdiskussionen ist die Erkenntnis, dass die Bildung das Fundament jeder Gesellschaft ist. Was wir nun aber für viele junge Menschen brauchen ist keine höhere, sondern vor allem eine andere Art von Qualifikation. Ansonsten produziert unser Bildungssystem für die Zukunft arbeitslose Akademiker. Diese neue Qualifizierung muss auf allen Ebenen des Schulsystems statt finden, von der Volksschule bis zur Universität. Sie muss aus einem annähernd gleich wichtigen Mix aus Wissenvermittlung (Fachkompetenz), Medienkompetenz (Informationssicherheit) und Persönlichkeitsentwicklung (Empathie) bestehen. Die Digitalisierung wird zwar alle Lebensbereiche erfassen, die Komponente der personenbezogenen Dienstleistung wird aber weit in die Bereiche der Industrie und des produzierenden Gewerbes hineinreichen. Auch und gerade App-Entwickler brauchen emphatische Kompetenz. Sie wird zum eigentlichen Alleinstellungsmerkmal und damit zur wichtigen Wertschöpfungskomponente. Auf diesem Weg entsteht die neue Arbeitswelt und damit neue Arbeitsplätze.

Wird fortgesetzt…..

 


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Zukunft braucht Sicherheit

07. April 2016

Egal ob über Schulreform, Arbeitslosenstatistik, Pensionsausgaben, Spitalskosten, Staatschulden…. (in frei assoziierter Reihenfolge) – alle reden mit, keiner kennt sich wirklich aus.

Das gilt zu einem nicht unwesentlichen Teil auch für die immer größer werdende Expertenschar. Da werden Begriffe verwendet, verwechselt und manchmal auch bewusst manipulativ eingesetzt. Man will die eigene Botschaft, meist eine „Ideologie“, oft auch nur ein „Geschäft“ durchsetzen.

Erst wenn Begriffe die man verwendet vorher klar definiert und allen Diskussionsteilnehmern in dieser Definition bekannt sind, macht eine Auseinandersetzung darüber überhaupt erst Sinn. Das wäre aber die Voraussetzung für jeden wirklich zukunftstauglichen Konsens.

Ein Beispiel dafür findet sich auf orf.at (vom 1.4. 2016): Sinn und Unsinn bei Vergleichen der Arbeitslosenzahlen

Haben Sie es in dieser Eindeutigkeit und damit Unvollständigkeit der jeweils eigenen Beurteilung gewusst?


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Ein Zukunfts-Plädoyer für den Hausverstand

29. März 2016

Hausverstand ist weder populistisch noch radikal. Weder rechts noch links. Er ist die Summe der Einsichten und Lebensstile der „Durchschnittsmenschen“. Das Ergebnis von Erziehung in Familie und Schule, also von Bildung. Ergänzt durch den Einfluss von Freunden und Lebenserfahrung. Alles in allem also von Sozialisation. Die meisten Experten wollen sich von diesem Durchschnitt abgrenzen. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes ihr Geschäft. Selten gelingt durch sie daher aber gesellschaftliche Veränderung zum Positiven. In vielen Bereichen führen ihre Expertisen zur Polarisierung der Einstellungen. Vor allem in der Politik. Die zukunftstauglichste Expertise ist die Erfassung dieses gesellschaftlichen Hausverstandes als Ausgangspunkt für anstehende Entscheidungen. Nicht als deren Ziel.

Die Gesellschaften in Europa sind im Begriff sich grundlegend „negativ“ zu verändern. Weil sich, Wertewandel hin, Paradigmenwechsel her, nichts geändert hat: weil Politik und Wirtschaft am Hausverstand der Menschen vorbei agieren.


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Zukunftskompetenzen

23. März 2016

Hallo, bitte, danke, Laptop, Englisch…

Oft werde ich als ehemaliger Lehrerbildner vor allem bei Podiumsdikussionen gefragt, „was sollen meine Kinder denn jetzt für die Zukunft vor allem lernen?“ Hier mein verkürzter, aber dennoch zukunftstauglicher Vorschlag:

Hallo…          grüßen, freundlich sein, auf Menschen zugehen, „kann ich helfen?“….

Bitte….          wenn man etwas von jemandem erhofft, sollte man darum klar erkennbar „ersuchen“

Danke…        wenn man es bekommen hat, ausdrücken, dass das meistens nicht so                               selbstverständlich war

Laptop….      Informations- und Medienkompetenz werden zu besonders wichtigen                               Bildungsaufgaben in Elternhaus und Schule…

Englisch….  müssen junge Menschen in Zukunft können wie die Muttersprache. Und die                   Sprache der „Nachbarregion“ wie heute eine Fremdsprache.

Und übrigens: „man“ ist schon „gegendert“, weil mit einem „n“ immer schon geschlechtsneutral….


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Wer Zukunft meint, muss Neues denken können

14. März 2016

Ob das bedingungslose Grundeinkommen den Untergang des Abendlandes oder den Aufbruch zu einem vollkommen neues Verständnis von Leistung und Arbeit bedeutet ist noch nicht geklärt. An „Biertischen“ wurden seit bereits seit einiger Zeit „Meinungen“ darüber ausgetauscht. Eine halbwegs vorurteilsfreie,ernsthafte Diskussion setzt jedenfalls erst jetzt langsam ein. Voraussetzung dafür ist, dass man sich als Diskussionsteilnehmer vom politischen „links/rechts Schema Denken“ des vorigen Jahrhunderts lösen kann. Es wird noch lange dauern bis es zu einer endgültigen Entscheidung kommt. Eine wichtige Voraussetzung ist jedenfalls geklärt: Das Grundeinkommen wäre finanzierbar. Zur eigenen Meinungsbildung empfehle ich den Artikel im Wirtschaftsblatt vom Montag, 14.3.2016

Wirtschaftsblatt Argumente Grundeinkommen


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Die Zukunftsallianz der Realisten ist gefragt

07. März 2016

Merkels Strategie steckt voller Widersprüche: Die Abriegelung der Balkanroute verdammt sie, doch direkt aus Griechenland will die CDU-Kanzlerin so knapp vor der Landtagswahl dann doch lieber keine Flüchtlinge holen. Gleichzeitig hofiert sie Erdoğan, damit er ein paar Hundert Kilometer südlich von Mazedonien den Rollbalken herunterlässt. Doch ihre Mischung aus Wohlfühl- und Realpolitik funktioniert nicht. Merkel wird den EU-Türkei-Gipfel schönreden müssen.

christian.ultsch@diepresse.com

(„Die Presse“, Print-Ausgabe, 06.03.2016)


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