Peter Zellmann
 

Zukunft ist Bildung (3)

19. Juni 2016

Schulreform am Beispiel „Gemeinsame Schule der 10 – 14 Jährigen“

Die Diskussion um diese Schulform wird von manchen, auch so genannten Experten, im Stil der Auseinandersetzung um die Gesamtschulidee der 70er Jahre geführt. Sie hat aber mit dieser nichts gemeinsam, sondern ist eine Fortführung des an sich bewährten Modells der Volksschule. Ihr Kern ist die “innere Differenzierung“. Entsprechend ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer fördern in entsprechend organisierten Unterrichtsmodellen Begabte, nehmen aber weniger talentierte Kinder mit auf den Bildungsweg. Was wir derzeit machen ist eine „äußere Differenzierung“ durch verschiedene Schulbezeichnungen, z.B das „Gymnasium“ mit einer scheinbaren Begabtenförderung. Dieses Modell entwickelt sich übrigens in (Groß)Städten immer mehr zu einer nivellierenden Gesamtschule mit sinkenden Bildungsergebnissen. Auf zunächst freilich noch scheinbar höherem Niveau.

Wenn unsere Kinder um 20 Jahre länger Leben als die Erfinder unseres Schulsystems in der Mitte des vorigen Jahrhunderts, warum sollen sie dann nicht ein paar Jahre länger zur Schule gehen (und eventuell ein paar Jahre länger arbeiten)? Es gibt doch auch viel mehr zu wissen als früher.

Die Teilung kommt zu früh, that’s it. Niemand will das Gymnasium abschaffen, es soll nur später beginnen. Wann, darüber kann man diskutieren, auch darüber wie lange es dann dauern soll, aber nicht darüber, dass es in der aktuellen Form in der Pflichtschulzeit zu früh angeboten wird.


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